13.07.2015

Presseinformation – „Mobilitätszentralen vermitteln Verbindungen“

Vernetzte Angebote müssen klar kommuniziert werden: Das ist ein Ergebnis der Tarmstedter Gespräche des NLV zur Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum.

Diskutierten bei den Tarmstedter Gesprächen über das Thema Mobilität im ländlichen Raum: Gabi Kasten, Heide von Limburg, Knut Utech, Hinrich Neumann (Moderator) und Wolfgang Schmidt

Hannover – Das Thema „Ländliche Mobilität der Zukunft“ ist ein heißes Eisen. Das wurde am Freitag auf dem Podium während der Tarmstedter Gespräche des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover (NLV) schnell klar. Heide von Limburg, Beisitzerin für die Entwicklung ländlicher Räume im NLV-Vorstand forderte: „Es muss zukünftig eine flächendeckende bedarfsgerechte Anbindung geben, die weit über den Schülerverkehr hinausgeht. Hierzu sind neue Konzepte zu entwickeln, die auch eine Haus-zu-Haus-Anbindung ermöglichen. Dringend müssen rechtliche Rahmenbedingungen für praktisches ‚Ressourcensharing‘ geschaffen werden.“

Einig waren sich alle Diskutanten, dass die Zukunft der Mobilität in einer Kombination verschiedener flexibler Angebote liegt. So stellte Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des Vereins „ProBürgerBus Niedersachsen“ das Modell „BürgerBus“ vor. Es bediene feste Linien dort, wo es keinen öffentlichen Nahverkehr gebe. Alle Fahrer seien ehrenamtlich im Einsatz. Mit Förderung und Einnahmen decke der Verein gerade einmal seine Betriebskosten.

Gabi Kasten, Leiterin der Stabsstelle ÖPNV im Landkreis Cuxhaven verwies auf Anrufsammeltaxis und Rufbusse. Außerdem stellte sie ein neues Konzept in der Region Mettingen vor, wobei entleihbare Pedelecs mit einer Fahrradschließstation am Busbahnhof kombiniert werden sollen.

„Wo immer es Mischformen der Beförderung gibt, brauchen wir Mobilitätszentralen, die die Angebote bündeln und detaillierte Auskünfte darüber erteilen – auf Landes- und auf regionaler Ebene“, betonte Knut Utech vom Amt für Wirtschaftsförderung, Regionalplanung, ÖPNV im Landkreis Schaumburg. Unter einer Nummer soll es alle Informationen geben. Wolfgang Schmidt zweifelte: „Für fachkundige Auskünfte fehlt es an profunder Ortskenntnis.“ Viele brauchbare Auskünfte werde es hier nicht geben. Gabi Kasten, Leiterin der Stabsstelle ÖPNV des Landkreis Cuxhaven, hielt dagegen: „Die Minimobilitätszentrale, die im Landkreis Cuxhaven betrieben wird, ist an ein Verkehrsunternehmen angeschlossen, das funktioniert sehr gut.“ Und Ortskenntnisse müsse sich jeder Taxifahrer aneignen.

„Frauen auf dem Land können es nicht leisten, Taxi für alle Generationen der Familie zu spielen“, stellte Heide von Limburg klar. Die Mobilitäts- und die Auskunftsangebote müssten stärker als bisher publik gemacht werden. Das starke Netzwerk der LandFrauen könne hier eine wichtige Rolle spielen.

„Ist es im ländlichen Raum mittel- oder langfristig möglich, auf ein eigenes Auto zu verzichten?“, fragte der Moderator und Agrarjournalist Hinrich Neumann abschließend. „Das Auto ganz abzuschaffen, wird schwierig“, meinte Schmidt, „aber wir alle können etwas dafür tun, dass der ÖPNV funktioniert.“ Utech sagte: „Das ist in den Köpfen nicht drin. Der ÖPNV-Fahrer von morgen ist der Autofahrer von heute.
"Seinen Messestand hatte der NLV ganz in das Zeichen des Dreijahresthemas „Energie mit Köpfchen – LandFrauen schaffen Durchblick" gestellt. Dabei hat er in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen zahlreiche Energiespartipps gesammelt – von „Tür zu, Licht aus“ bis zur „Zeitschaltuhr an elektrischen Geräten“ – und über die Eigenschaften verschiedener Dämmstoffe informiert. „Über das Energiesparthema sind wir leicht mit den Messebesuchern ins Gespräch gekommen“, sagte die Standbetreuerin Heike Bahr.

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