11.03.2016

Presseinformation – Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer!

NLV zum Equal Pay Day: Frauen erhalten im Schnitt rund 22 Prozent weniger Lohn als Männer. Das muss sich ändern.

Hannover – „Das Gesetzesvorhaben zur Entgeltgleichheit von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig darf nicht blockiert, sondern muss zügig umgesetzt werden“, fordert Barbara Otte-Kinast, Vorsitzende des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover (NLV) anlässlich des Equal Pay Day am 19. März. Die Berichtspflicht von Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten und der individuelle Auskunftsanspruch des geplanten Gesetzes seien wichtige Schritte in Richtung Entgeltgleichheit.

 

Denn noch immer verdienen Frauen im Schnitt rund 22 Prozent weniger in der Stunde als Männer. Betrachtet man nur den ländlichen Raum, ist die Lohndifferenz sogar noch höher. Der Unterschied beim Gehalt resultiert zum einen daraus, dass „typische Frauenberufe“ häufig schlechter bezahlt werden als „typische Männerberufe“. „Das ist nicht gerechtfertigt“, sagt Otte-Kinast, „Tätigkeiten in der Pflege, Betreuung und Bildung müssen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit unbedingt aufgewertet werden. Darüber hinaus wird eine angemessene Entlohnung die Suche nach dringend gebrauchten Fachkräften in diesen gesellschaftlich essenziellen Berufen erleichtern.“

 

Weitere Ursachen für das Ungleichgewicht beim Entgelt sind, dass Frauen wesentlich häufiger in Teilzeit arbeiten, für die Familie ganz aus dem Berufsleben ausscheiden und wesentlich seltener Führungspositionen innehaben als Männer. Im Klartext heißt das: Frauen stecken oft aufgrund familiärer Aufgaben bei Gehalt und Karriere zurück.

 

Dazu tritt die Ungerechtigkeit beim Faktor Zeit: Wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, kümmern sich Frauen mit Vollzeitstellen im Schnitt täglich rund drei Stunden mehr um Haushalt und Kinderbetreuung als ihre männlichen Partner. „Der Bewusstseinswandel von einem tradierten Rollenverständnis hin zu einer geschlechtergerechten Arbeitsteilung in den Partnerschaften und Familien ist ein zäher Prozess. Wir fordern alle Männer und Frauen dazu auf, die eigene Rolle und die Erwartungshaltung an das andere Geschlecht zu überdenken“, sagt die NLV-Vorsitzende.

 

Informationen zur Entgeltgleichheit vermitteln in Niedersachsen zwei mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Frauen und Jugend vom Deutschen LandFrauenverband geschulte Equal-Pay-Beraterinnen. Sie sensibilisieren für die Thematik und informieren in Workshops und Vorträgen. Auf diese Weise soll bei Frauen und ihren Familien, aber auch in Wirtschaft und Verwaltung ein Überdenken von partnerschaftlicher Arbeitsteilung von Familie und Beruf, Existenz- und Alterssicherung, Berufswahl und Lohngerechtigkeit erreicht werden.

 

LandFrauenvereine und -verbände können die Beraterinnen für ihre Veranstaltungen buchen. Weitere Informationen zu den Equal-Pay-Beraterinnen finden Sie auf www.lohn-gleichheit.de.

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