Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März und des Equal Pay Days am 26. März 2010 ruft Brigitte Scherb, Vorsitzende des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover (NLV), zu mehr Gleichberechtigung in der Familien- und Berufswelt auf.
Die Gleichstellung von Männern und Frauen in beruflichen wie in privaten Bereichen wird zwar längst als selbstverständlich erachtet, jedoch sieht die Wirklichkeit anders aus. In den Köpfen vieler ist das neue Rollenverständnis noch nicht angekommen. Zum einen klafft noch immer eine Lücke zwischen den Löhnen und Gehältern von Frauen und Männern in vergleichbaren beruflichen Positionen. So verdienen Frauen im Durchschnitt über 20 Prozent weniger als ihre Berufskollegen. Zum anderen gehört zu einem Bewusstseinswandel auch die Betrachtung der Rolle der Männer. „Wenn wir das Thema ,Frau und Beruf’ voranbringen wollen, dann gehört dazu unbedingt das Thema ,Mann und Familie’“, erläutert Scherb.
Der Soziologe Ulrich Beck beschreibt die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Verhalten der Männer als „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“. Auch wenn der Wunsch vieler Männer da ist, sich in die Familie und die Erziehung der Kinder stärker einzubringen, um somit auch den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich intensiver dem Berufsleben zu widmen, mangelt es noch an Tatkraft, dies auch durchzusetzen. |