Laut aktuellem Breitbandatlas von Dezember 2009 ist in gut 96 % der niedersächsischen Haushalte Breitbandinternet verfügbar. Doch die Zahl täuscht: So wird bereits eine Geschwindigkeit ab 1 MBit/Sekunde als Breitband bezeichnet. Bei einer solch geringen Geschwindigkeit kosten das Herunterladen größerer Datenmengen sowie der Aufbau moderner, bebildeter Internetseiten Nerven. Die Qualität der Breitbandnetze spielt eine entscheidende Rolle. „Wir fordern für den ländlichen Raum eine gleichwertige Infrastruktur wie in deutschen Städten“, äußert sich Brigitte Scherb, Vorsitzende des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover (NLV). In niedersächsischen Städten wird im Vergleich zum ländlichen Raum eine acht bis 16fache Breitbandgeschwindigkeit angeboten.
In einer aktuellen Breitbandstudie der Universitäten Oxford und Ovieda liegt Deutschland gerade mal im Mittelfeld auf Platz 27. In der Studie wurde sowohl die Abdeckung als auch die Qualität der Breitbandversorgung berücksichtigt. Länder mit einer geringeren Bevölkerungsdichte wie Schweden oder Norwegen sind sogar unter den ersten zehn Plätzen zu finden. In diesen Ländern ist die Versorgung mit leistungsstarkem Breitband auch in ländlichen Gebieten selbstverständlich.
Bereits 2008 machte der NLV auf die Defizite einer modernen Breitbandinfrastruktur im ländlichen Raum mit einer Unterschriftenaktion aufmerksam. „Moderne Kommunikationsinfrastruktur ist gerade für junge Menschen und Familien die Voraussetzung, sich für ein Leben im ländlichen Raum“, erklärt Scherb und fordert ein schnelles Handeln.